Schöner Leben
Liebe, Gute Martina,
ui, da freust du dich aber, gell, dass du einen Brief von dir selbst bekommst. Hast ihn wohl schon vergessen, als du ihn damals schriebst. So schnell vergeht die Zeit, wenn man sein letztes Lebensdrittel plant. Weißt du noch, hast gerade deinen 62. Geburtstag gefeiert und nun ist dein 1. Rententag.
Kannst ja zurück schauen auf viele Höhen und Tiefen in deinem Leben und ich denke, du hast sie alle gut gemeistert. Gibt ja ohne Licht schließlich keinen Schatten, das ewige Wechselspiel. Auf und Ab. Dein Geist bleibt ja noch fit durch das Singen im Kirchenchor und dein Schreiben von Gedichten. Damit hast du auch bestimmt viele Herzen in deiner näheren Umgebung berührt und erfreut.
Das Nordic Walking musste dann herhalten, wenn die Fettzellen an Beine und Po gesprengt werden mussten.
Oft hast du gelächelt über Sorgen anderer und wenn’s ging auch über deine eigenen. Wäre ja schön, wenn du jetzt in einem Mehrgenerationenhaus leben könntest und auch deine Enkelkinder hütest.
Ist ja auch nicht einfach, sich jetzt so weit in die Zukunft hinein zu denken, weil man nicht weiß, was der liebe Gott mit einem vor hat. Soll er doch machen, dass ich wenigstens so gesund bleibe wie jetzt und bisher und dass keine Verbitterung an meinem Herzen nagt.
Schau in den Spiegel und lächle, so viele Falten hast du ja noch gar nicht.
Unsere schöne Natur zu genießen ist auch mein weiterer Wunsch für die nächsten Jahre, weil es nichts kostet, alles zu bewundern.
Dann mach’s gut und sei weiterhin dein eigener bester Freund, das wird dann schon gut gehen, wenn du auch ab und zu Hilfe in Anspruch nimmst, aber die machen das ja gerne. Dein christlicher Glaube ist schließlich auch unerschütterlich.
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Ciao, Martina.


